Stundentafel der Fachschule für Agrarwirtschaft
(Unterrichtsstunden in der zweijährigen Schulzeit)
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Unterrichtsstunden |
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I. Fachrichtungsübergreifender Lernbereich |
480 |
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Deutsch/ Kommunikation1 |
120 |
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Fremdsprache (Englisch)1 |
160 |
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Politik/ Gesellschaftslehre1 |
80 |
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Personalwirtschaft1 |
120 |
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II. Fachrichtungsbezogener Lernbereich |
Mind. 1800 |
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Unternehmensführung1 |
500 – 640 |
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Tierhaltung1 |
300 – 440 |
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Pflanzenbau1 |
300 – 440 |
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Markt- und Wirtschaftspolitik1 |
200 – 280 |
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Projektarbeit |
160 – 320 |
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III. Differenzierungsbereich |
0 – 160 |
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Ausgestaltung durch die Bildungsgangkonferenz |
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z.B. Erstellen von Facharbeiten zu Investitionsplanungen; Versuchswesen; Gentechnik; alternative Erwerbs- und Einkommensquellen (Dienstleistungen, Energiewirtschaft); Stütz- und Förderkurse zu EDV-Anwendungen bzw. zur Vorbereitung auf die FHR-Prüfung, weitere Fremdsprache |
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Insgesamt |
mind. 2400 |
1 Der Erwerb der Fachhochschulreife (FHR) in beruflichen Bildungsgängen, KMK-Vereinbarung v. 05.06.1998 i.d.F. vom 09.03.2001, setzt 80 Unterrichtsstunden im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich (Politik/ Gesellschaftslehre) und jeweils 240 Unterrichtsstunden im sprachlichen Bereich (Deutsch/ Kommunikation und Fremdsprache) und im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich (Mathematik und Naturwissenschaften) voraus.
Fachrichtungsübergreifender Lernbereich
(Deutsch/ Kommunikation, Englisch, Politik/ Gesellschaftslehre, Personalwirtschaft)
Neben dem primären Ziel der Vermittlung von Qualifikationen zur erfolgreichen Führung landwirtschaftlicher Betriebe fördert die Fachschulausbildung ebenso die Entwicklung von (fachübergreifenden) Schlüsselqualifikationen, die zur Bewältigung beruflicher und nichtberuflicher Handlungssituationen in einer sich immer schneller wandelnden und komplexeren Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Förderung der Einsicht in die Notwendigkeit lebenslangen selbstorganisierten Lernens, die Kultivierung entsprechender Lerntechniken, die Entwicklung (auch fremdsprachlicher) kommunikativer Kompetenz sowie die Bereitschaft, aktiv Verantwortung zur Mitgestaltung der demokratischen Gesellschaft zu übernehmen, zielen auch ab auf notwendige Flexibilität und Persönlichkeitsbildung.
Staatlich geprüfte Landwirte/
Agrarbetriebswirte, die das Unterrichtsfach Personalwirtschaft und die
praktische Unterweisung eines Auszubildenden mindestens mit ausreichend
abgeschlossen haben, können nach zwei Jahren praktischer Tätigkeit nach dem
Schulabschluß in der Landwirtschaft ausbilden.
Fachrichtungsbezogener Lernbereich
(Pflanzenbau und Tierhaltung,
Unternehmensführung, Markt und Wirtschaftspolitik, Projektarbeit)
Die Entwicklung einer umfassenden
Handlungskompetenz erfordert die Orientierung des Unterrichts an der Bearbeitung
beruflicher Aufgaben (Handlungsorientierung). Die Lernfelder des
fachrichtungsbezogenen Lernbereichs sind so zugeschnitten, dass sie
zusammengehörige Aufgabenbereiche mit beruflichen sowie lebens- und
gesellschaftsbedeutsamen Handlungssituationen (Handlungsfelder), zu deren
Bewältigung befähigt werden soll, didaktisch und schulisch so aufbereiten, dass
die umfassenden und komplexen Aufgabenstellungen in handlungsorientierten
Lernsituationen konkretisiert und bearbeitet werden können.
Die Lernsituationen sind also so ausgewählt, dass sie den praktischen Anforderungen des angehenden Betriebsleiters und Unternehmers entsprechen. Die im Lehrplan vorgegebenen Inhalte sind als Orientierungshilfe zu verstehen. Sie bedürfen zur konkreten Ausgestaltung einer didaktischen Überarbeitung, um aktuellen Entwicklungen und den jeweiligen Interessenlagen einer Klasse bzw. eines Kurses Rechnung zu tragen. Lehrer und Schüler sind gleichermaßen aufgefordert, Lernsituationen zu definieren.
In der tierischen und pflanzlichen Produktion geht es darum, wissenschaftlich gesicherte biologische Zusammenhänge insoweit zu erlernen, dass der zukünftige Betriebsleiter gezielt die produktionstechnischen Abläufe zu steuern versteht. Die Optimierung der Produktionstechnik berücksichtigt gleichermaßen ökonomische Notwendigkeiten und ökologische Rücksichtnahmen. Angesichts der zunehmenden Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe auf wenige Betriebszweige werden - der überwiegenden Interessenlage der Teilnehmer folgend - entsprechende Lernsituationen für Marktfruchtbau und flächenunabhängiger Veredlung sowie Futterbau und flächenabhängiger Veredlung definiert. Darüber hinausgehende Spezialinteressen, wie z. B. EDV in der Landwirtschaft, Alternativer Landbau, Gemüsebau, Forst u.a. können im Rahmen des Differenzierungsbereichs vertieft werden.
Das Lernfeld Pflanzenbau bietet eine Spannbreite von der richtigen Sortenwahl, über Düngungsoptimierung, Pflanzenschutzmaßnahmen nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten, standortangepaßter Bodenbearbeitung bis hin zu der Verwertung der Früchte über den Markt bzw. im innerbetrieblichen Verbrauch. Dabei unterstützen modernste EDV-Hilfsmittel, wie z.B. das Pflanzenschutzberatungssystem ProPlant, den Unterricht. Die Schüler können im Rahmen der Bildungsgangkonferenz ihre Interessen bei der Auswahl der Lernsituationen einbringen, so dass sie im Unterricht vorwiegend die Kulturen bzw. Themen erarbeiten, die auch in den Betrieben im Vordergrund stehen.
Im Rahmen des Lernfelds Tierhaltung erarbeiten sich die Schüler Kompetenzen und Kenntnisse zur optimalen Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere. Für die verschiedenen Fütterungsabschnitte werden mit EDV-Unterstützung Futterrationen nach ernährungsphysiologischen, ökonomischen und Umweltgesichtspunkten berechnet. Unterrichtsbegleitend werden Futtermittelproben gezogen, analysiert und für die praktische Fütterung verwertet. Fragen der Tierauswahl werden mit Hilfe von populationsgenetischen Zusammenhängen erarbeitet, um so den Landwirt in die Lage zu versetzen, seine Viehherde optimal weiter zu entwickeln. Optimale Aufstallungssysteme und Stallbauten werden aus der Sicht der Tiergerechtigkeit, der Arbeitswirtschaft und der Ökonomik betrachtet und auf ihre Eignung für die jeweilige Ausgangssituation im Einzelbetrieb geprüft.
Die Lernfelder Unternehmensführung, Markt und Wirtschaftspolitik sowie Projektarbeit stellen einen Schwerpunkt in der Ausbildung zum zukünftigen Unternehmer dar. Die Anwendung betriebswirtschaftlicher Kalkulationsmethoden wird beispielhaft an einem konkreten Betrieb mit Hilfe eines 60-seitigen Arbeitsheftes erarbeitet. Das Spektrum der Lernsituationen erstreckt sich über die Teilgebiete der Buchführung mit Hilfe der EDV, den Methoden zur Analyse eines Ist-Betriebes, Betriebsvergleiche, Planungs- und Finanzierungsrechnungen und den Grundlagen zur Besteuerung landwirtschaftlicher Betriebe. Mit der im Rahmen der Projektarbeit durchgeführten Analyse und Planung des eigenen Betriebes kann jeder Schüler unter Beweis stellen, dass er die im Unterricht erworbenen Kompetenzen in die Praxis umzusetzen versteht.
Im Lernfeld Markt und Wirtschaftspolitik werden länger- und kürzerfristige Entwicklungstendenzen auf ausgewählten Agrarmärkten herausgearbeitet, deren Ergebnisse Grundlage für betriebliche Investitionsentscheidungen darstellen. Die Wirkungsweise der Agrarpolitik ist notwendigerweise ein zentraler Bestandteil der Marktstudien.