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Tanja Thiesmeier, Vlotho, Kreis Herford, Milchviehbetrieb, Abschluß 1991 |
Nach meinem Gehilfenjahr 1987/88 in Frankreich und auf dem elterlichen Betrieb stand für mich fest, die 2jährige landwirtschaftliche Fachschule in Herford zu besuchen, denn hier erhoffte ich mir eine praxisnahe Ausbildung zur landwirtschaftlichen Betriebsleiterin auf dem elterlichen Michviehbetrieb.
Mit vier Schülerinnen waren wir dann auch ein recht frauenstarker Jahrgang!
Das Wissen in Pflanzen- und Tierproduktion konnte vertieft werden, und durch die Bildung von "Kuh- und Schweineklasse" im zweiten Jahr wurden auch Spezialthemen ins Unterrichtsprogramm aufgenommen. So hatte jede(r) Gelegenheit, sein spezielles Wissen und Interesse zu vertiefen, und gerne denke ich an die vielen Fachdiskussionen und den Gedankenaustausch in der Schülerrunde zurück.
Für mich persönlich stand der Betriebslehreunterricht im
Mittelpunkt des Interesses. Kostenkalkulationen, steuer- und betriebswirtschaftliche
Auswirkungen von verschiedenen betrieblichen Entscheidungen, die Analyse eines
Buchführungsabschlusses usw. - all diese Kenntnisse in die betriebliche Praxis
umzusetzen, ist manchmal schwierig, aber sie halfen und helfen mir auch heute,
Entscheidungen zu treffen, um auch in Zukunft den elterlichen Hof zu erhalten.
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Cord-Friedrich Krop, Dörentrup, Kreis Lippe, Ackerbau/Schweinemastbetrieb, Abschluß 1996 |
Von August 1994 bis Juli 1996 besuchte ich die Fachschule in Herford.
Der Fachunterricht begann in allen Fächern mit dem Erwerb von Grundlagenwissen, was auch notwendig war, denn spezielles Fachwissen kann man nur auf Grundlagenwissen aufbauen.
Neben den produktionstechnischen Fächern wie Tierproduktion, Pflanzenproduktion, Betriebslehre und Landtechnik wurden auch Fächer wie Marktlehre, Agrar- und Umweltrecht, Natur- und Landschaftspflege und Datenverarbeitung angeboten. Zusätzlich kamen noch allgemeinbildende Fächer wie Englisch, Kommunikation und Soziologie/Po-litik hinzu, da man mit dem SgL auch das Fachabitur erwerben kann.
Man sollte bemerken, daß die Lehrer im Unterricht auf Fragen der Schüler eingingen und auch aktuelle Themen, die nicht gerade mit dem Unterricht in Verbindung standen, behandelt haben. Unserem Wunsch folgend konnte statt Natur- und Landschaftspflege im zweiten Halbjahr Gemüsebau unterrichtet werden.
Für Themen, die im Unterricht aus Zeitgründen nicht mit behandelt werden konnten, stand der Projektunterricht zur Verfügung. Hier konnten wir in Gruppenarbeit die Themen bearbeiten, die uns speziell interessierten. Wenn es nötig war, wurden die Arbeiten am Projekt durch Exkursionen ergänzt.
Das Potential an Wissen, das man in der Fachschule erlangen kann, ist schon relativ groß. Jedoch bin ich der Meinung, daß man das Wissen, welches man im ersten Jahr erlangt hat, nur voll ausschöpfen kann, wenn man es durch das zweite Fachschuljahr ergänzt.
Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung Meister, Fachhochschule (FH) oder Fachschule stehen würde, so würde ich mich wieder für die Fachschule entscheiden. An der FH wird meines Erachtens zuviel Theorie gelehrt und im Meisterkurs kann aus Zeitgründen nicht so viel und so intensiv behandelt werden wie an der Fachschule.
Zuletzt wäre noch die gute Klassengemeinschaft zu
erwähnen, die sich im Verlauf des Unterichtsjahres entwickelt hat.
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Gerhard Kattenstroth, Gütersloh, Veredlungsbetrieb mit Direktvermarktung, Abschluß 1974 |
Über 20 Jahre ist es her, daß ich die Höla in Herford besucht habe. In diesen 20 Jahren haben sich die agrarpolitischen Rahmenbedingungen und somit die Entwicklungsmöglichkeiten der Betriebe grundlegend verändert.
Die Unterrichtsinhalte von vor 20 Jahren sind kaum noch in der jetzigen Zeit einzusetzen. Einige Grundsätze des Ackerbaues und der Viehhaltung haben zwar noch ihre Gültigkeit, doch gerade die betriebswirtschaftliche Entwicklung der Betriebe in den letzten Jahren ist sehr rasant verlaufen. Ich weiß nicht, wieviele Betriebe meiner Mitschüler dem Strukturwandel zum Opfer gefallen sind. Auf der anderen Seite kann man aber feststellen, daß einige Betriebe mittlerweile einen Produktionsumfang haben, den man vor 20 Jahren noch für unmöglich gehalten hat.
Das Lehrerkollegium während meines Schulbesuches war geprägt durch einige ältere Lehrer, die einen sehr traditionsbehafteten Unterricht gehalten haben. Wir Schüler haben trotzdem gelernt, uns immer neuen Rahmenbedingungen anzupassen.
Die offizielle Agrarpolitik nutzt die Bereitschaft zum
betrieblichen Wachstum schamlos aus. Einen großen Teil der Steigerung der Produktivität
auf unseren Höfen müssen wir Bauern,verursacht durch massive Preissenkungen für unsere
Produkte, ständig abgeben. Ein Beweis für diese bedrohliche Entwicklung ist der
dramatiche Rückgang der Fachschülerzahlen. Trotz dieser schwierigen Zeit darf die Schule
nicht nur der reinen Wissensvermittlung dienen. Es muß auch Platz für Geselligkeit und
andere Aktivitäten sein. Vor 20 Jahren haben wir Schüler so manche Fete mit der
Wirtschafterinnenklasse zusammen gefeiert. Gerade in einer Zeit des verschärften
Strukturwandels und des Konkurrenzkampfes darf das Zwischenmenschliche nicht zu kurz
kommen. Ich hoffe, daß auch in Zukunft genug Auszubildende den Beruf des Bauern wählen.
Die Fachschule trägt im Rahmen der Ausbildung eine große Verantwortung, denn durch die
Auswahl der Unterrichtsinhalte werden Eckpunkte für die zukünftige Entwicklung der
Betriebe festgelegt.
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Ernst-August Hoppenbrock Tierzucht GmbH - Vertretung für Dalland, Melle, Kreis Osnabrück, Abschluß 1971 |
Nach Öffnung der Ostgrenzen erleben wir heute die größte Umwälzung, die es je in der deutschen Landwirtschaft gegeben hat. Die Betriebe werden größer und die Agrarpolitik läuft zunehmend in Richtung "mehr Wettbewerb". Doch das Thema Strukturwandel ist nicht neu: "Wachsen und Weichen" lautete die Devise bereits Ende der sechziger Jahre. In den Dörfern zeichnete sich ein bis dahin nicht gekannter Umbruch ab, wobei damals in erster Linie quantitatives Wachstum gemeint war. Offensichtlich wurde ebenfalls, daß es nicht mehr reichen würde, einen funktionierenden Betrieb zu erben, um mit möglichst viel Fläche Landwirtschaft zu betreiben. Schon damals hatten nur sehr gut ausgebildete Betriebsleiter die Chance, nachhaltig ein ausreichendes Familieneinkommen zu erwirtschaften.
Und ich wollte Landwirt werden. Deshalb suchte ich nach Abitur und landwirtschaftlichem Praktikumsjahr die bestmögliche, praxisorientierte Ausbildung, um den elterlichen Betrieb in Melle zu führen und zu entwickeln. Also besuchte ich gemeinsam mit 29 Mitschülern die Höhere Landbauschule in Herford.
Prägend für die Höla war, daß neben umfangreichem Fachwissen die Agrarpolitik und andere gesellschaftspolitische Zusammenhänge nicht zu kurz kamen. Aufgrund der Spezialisierung in Rindvieh- bzw. Ackerbau- und Veredlungsbetriebe konnten wir uns weitestgehend auf unsere speziellen Interessenlagen konzentrieren. So habe ich beispielsweise den Sinn vieler Tätigkeiten und Maßnahmen während des vorausgehenden Praktikumsjahres erst durch die hervorragend vermittelte Theorie auf der Höla begriffen. Interessante Exkursionen und gute Kameradschaft runden die haftengebliebenen, durchweg positiven Erinnerungen ab.
Auch zukünftig werden gut ausgebildete Frauen und Männer in der Landwirtschaft ein überdurchschnittliches Einkommen erwirtschaften. Voraussetzung ist allerdings, noch mehr als vor 25 Jahren, daß man zum oberen Viertel der Betriebsleiter gehört. Ich hoffe, daß die Höhere Landbauschule noch lange dazu beitragen wird, diesen zukünftigen Praktikern das notwendige Rüstzeug dafür zu vermitteln.
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